Foto eines gelben Schweizer Wanderwegweisers mit Wanderer-Symbol vor grünem Hintergrund

© Pixabay/Majaranda

Wander Wissen

Wanderwege Signalisation in der Schweiz

Das Schweizer Wanderwegnetz umfasst rund 65 000 Kilometer und ist einheitlich signalisiert. Wer die Zeichen liest, weiss vor dem Start, was auf der Route wartet – und kann Kondition, Schuhe und Zeitplan darauf abstimmen.

6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Gelb = wandern auf gut begehbaren Wegen. Weiss-rot-weiss = Bergwandern, Trittsicherheit nötig. Weiss-blau-weiss = alpines Gelände mit Kletterstellen, Gletschern oder Firn.

Die drei Wegkategorien

Jede Kategorie hat eigene Anforderungen an Weg, Können und Ausrüstung.

Offizieller Wegweiser: Wanderweg

Wanderweg

SAC T1

Gelände
Meist flach bis leicht ansteigend, gut begehbar. Exponierte Stellen sind gesichert, Bäche mit Brücken überquert.
Anforderungen
Keine besonderen Voraussetzungen. Auch mit Kindern oder als erste Tour gut machbar.
Ausrüstung
Bequeme Schuhe mit Profil, Regenjacke, Wasser und Sonnenschutz genügen.
Offizieller Wegweiser: Bergwanderweg

Bergwanderweg

SAC T2–T3

Gelände
Teils steil und schmal, oft steinig. Kurze, ausgesetzte Passagen können mit Ketten oder Seilen gesichert sein.
Anforderungen
Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute Grundkondition. Wetter und Zeitplan vorher prüfen.
Ausrüstung
Knöchelhohe Bergschuhe, Stöcke, warme Schicht, Karte oder Offline-Karte auf dem Handy.
Offizieller Wegweiser: Alpinwanderweg

Alpinwanderweg

SAC T4–T6

Gelände
Hochalpines Gelände: Geröll, Firn, Gletscher, Kletterstellen. Wege sind teilweise nicht durchgehend erkennbar.
Anforderungen
Alpine Erfahrung, sehr gute Trittsicherheit, Orientierungsvermögen und teils Kenntnisse in Seil- und Gletschertechnik.
Ausrüstung
Steigeisenfeste Schuhe, je nach Route Pickel, Seil und Helm. Im Zweifel mit Bergführerin oder Bergführer unterwegs sein.

Die SAC-Wanderskala T1 bis T6

Der Schweizer Alpen-Club stuft Routen feiner ein als die Farben. Viele Tourenbeschreibungen - auch bei OhMyAlps! - nennen diese Stufen.

  • t1

    Wandern: breite, gut angelegte Wege. Absturzgefahr weitgehend ausgeschlossen.

  • t2

    Bergwandern: durchgehender Pfad, teils steil. Trittsicherheit von Vorteil.

  • t3

    Anspruchsvolles Bergwandern: ausgesetzte Stellen, Hände gelegentlich zur Balance.

  • t4

    Alpinwandern: Pfad teils fehlend, einfache Kletterstellen, Gespür fürs Gelände nötig.

  • t5

    Anspruchsvolles Alpinwandern: Kletterstellen, Firnfelder, alpine Erfahrung Pflicht.

  • t6

    Schwieriges Alpinwandern: meist weglos, exponierte Kletterei, oft Gletscherberührung.

Den Wegweiser richtig lesen

Ziele und Zwischenziele

Oben steht das nächste Zwischenziel, darunter das Fernziel. Der Standortname und die Höhe stehen auf dem Feld quer zum Weg.

Zeitangaben in Stunden und Minuten

Die Zeiten gelten für zügiges Gehen ohne Pausen, ohne Fotostopps und bei guten Verhältnissen. Rechne mit Zuschlag für Pausen, Gepäck, Nässe oder Kinder.

Bestätigungsmarkierungen

Farbstreifen an Felsen, Bäumen oder Mauern bestätigen unterwegs, dass du noch richtig bist. Kommt lange keine Markierung, kehre bis zur letzten sicheren Stelle zurück.

Wegweiser mit weissem Zielfeld

Ein weisses Feld auf dem gelben Wegweiser kündigt an, dass der Weg weiter oben zum Bergwanderweg wird – ein Hinweis, die Ausrüstung nochmals zu prüfen.

Was heisst das für deine Tour?

Was heisst das für deine Tour?

Wähle die Kategorie nach dem schwächsten Glied in der Gruppe, nicht nach dem stärksten. Plane einen Umkehrpunkt mit Uhrzeit ein und prüfe kurz vor dem Start Wetter und aktuelle Wegsperrungen.

Grundlage: offizielle Signalisationsnormen der Schweizer Wanderwege und die SAC-Wanderskala.