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Wanderwege Signalisation in der Schweiz
Das Schweizer Wanderwegnetz umfasst rund 65 000 Kilometer und ist einheitlich signalisiert. Wer die Zeichen liest, weiss vor dem Start, was auf der Route wartet – und kann Kondition, Schuhe und Zeitplan darauf abstimmen.
6 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Gelb = wandern auf gut begehbaren Wegen. Weiss-rot-weiss = Bergwandern, Trittsicherheit nötig. Weiss-blau-weiss = alpines Gelände mit Kletterstellen, Gletschern oder Firn.
Die drei Wegkategorien
Jede Kategorie hat eigene Anforderungen an Weg, Können und Ausrüstung.
Wanderweg
SAC T1
- Gelände
- Meist flach bis leicht ansteigend, gut begehbar. Exponierte Stellen sind gesichert, Bäche mit Brücken überquert.
- Anforderungen
- Keine besonderen Voraussetzungen. Auch mit Kindern oder als erste Tour gut machbar.
- Ausrüstung
- Bequeme Schuhe mit Profil, Regenjacke, Wasser und Sonnenschutz genügen.
Bergwanderweg
SAC T2–T3
- Gelände
- Teils steil und schmal, oft steinig. Kurze, ausgesetzte Passagen können mit Ketten oder Seilen gesichert sein.
- Anforderungen
- Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute Grundkondition. Wetter und Zeitplan vorher prüfen.
- Ausrüstung
- Knöchelhohe Bergschuhe, Stöcke, warme Schicht, Karte oder Offline-Karte auf dem Handy.
Alpinwanderweg
SAC T4–T6
- Gelände
- Hochalpines Gelände: Geröll, Firn, Gletscher, Kletterstellen. Wege sind teilweise nicht durchgehend erkennbar.
- Anforderungen
- Alpine Erfahrung, sehr gute Trittsicherheit, Orientierungsvermögen und teils Kenntnisse in Seil- und Gletschertechnik.
- Ausrüstung
- Steigeisenfeste Schuhe, je nach Route Pickel, Seil und Helm. Im Zweifel mit Bergführerin oder Bergführer unterwegs sein.
Winterwanderwege
Im Winter gilt eine eigene Signalisation: Pinke Wegweiser mit Wanderer-Symbol markieren präparierte, kontrollierte Winterwanderwege. Sie ergänzen die drei Sommerkategorien und gelten nur in der Wintersaison.
- Gelände
- Geräumte oder gewalzte Wege im Schnee, meist im Tal- und Voralpengebiet. Sie sind vom Betreiber signalisiert und werden regelmässig kontrolliert.
- Anforderungen
- Keine besonderen Techniken nötig, aber Trittsicherheit auf hartem Schnee und kurze Tageslichtzeiten einplanen. Wege nicht verlassen - daneben droht Lawinen- und Absturzgefahr.
- Ausrüstung
- Warme, wasserdichte Schuhe mit gutem Profil, Schichtenkleidung, Handschuhe, Mütze und je nach Verhältnissen Spikes oder Stöcke.
Winterwanderwege
Nicht verwechseln: Pink signalisierte Schneeschuhrouten führen ins freie Gelände und verlangen Lawinenwissen - Winterwanderwege dagegen bleiben auf präparierten Trassen.
Schneeschuhtrails
Schneeschuhtrails sind ebenfalls pink signalisiert, führen aber mit dem Schneeschuh-Symbol ins freie, unpräparierte Gelände. Sie sind empfohlene Routen - keine geräumten Wege – und verlangen eigenständige Beurteilung der Lawinenlage.
- Gelände
- Unpräpariertes Wintergelände abseits der Wanderwege: offene Hänge, Waldschneisen und Alpweiden, markiert mit pinken Stangen und Wegweisern.
- Anforderungen
- Gute Kondition, Kenntnis des Lawinenbulletins und Grundwissen zur Tourenplanung. Wildruhezonen und Waldverjüngungsflächen unbedingt respektieren.
- Ausrüstung
- Schneeschuhe und Stöcke, warme wasserdichte Bergschuhe sowie bei Lawinengelände LVS, Schaufel und Sonde – mit Übung im Gebrauch.
Schneeschuhtrails
Merke: Pink mit Wanderer-Symbol = präparierter Winterwanderweg, pink mit Schneeschuh-Symbol = Route im freien Gelände auf eigene Verantwortung.
Die SAC-Wanderskala T1 bis T6
Der Schweizer Alpen-Club stuft Routen feiner ein als die Farben. Viele Tourenbeschreibungen - auch bei OhMyAlps! - nennen diese Stufen.
- t1
Wandern: breite, gut angelegte Wege. Absturzgefahr weitgehend ausgeschlossen.
- t2
Bergwandern: durchgehender Pfad, teils steil. Trittsicherheit von Vorteil.
- t3
Anspruchsvolles Bergwandern: ausgesetzte Stellen, Hände gelegentlich zur Balance.
- t4
Alpinwandern: Pfad teils fehlend, einfache Kletterstellen, Gespür fürs Gelände nötig.
- t5
Anspruchsvolles Alpinwandern: Kletterstellen, Firnfelder, alpine Erfahrung Pflicht.
- t6
Schwieriges Alpinwandern: meist weglos, exponierte Kletterei, oft Gletscherberührung.
Den Wegweiser richtig lesen
Ziele und Zwischenziele
Oben steht das nächste Zwischenziel, darunter das Fernziel. Der Standortname und die Höhe stehen auf dem Feld quer zum Weg.
Zeitangaben in Stunden und Minuten
Die Zeiten gelten für zügiges Gehen ohne Pausen, ohne Fotostopps und bei guten Verhältnissen. Rechne mit Zuschlag für Pausen, Gepäck, Nässe oder Kinder.
Bestätigungsmarkierungen
Farbstreifen an Felsen, Bäumen oder Mauern bestätigen unterwegs, dass du noch richtig bist. Kommt lange keine Markierung, kehre bis zur letzten sicheren Stelle zurück.
Wegweiser mit weissem Zielfeld
Ein weisses Feld auf dem gelben Wegweiser kündigt an, dass der Weg weiter oben zum Bergwanderweg wird - ein Hinweis, die Ausrüstung nochmals zu prüfen.
Was heisst das für deine Tour?
Was heisst das für deine Tour?
Wähle die Kategorie nach dem schwächsten Glied in der Gruppe, nicht nach dem stärksten. Plane einen Umkehrpunkt mit Uhrzeit ein und prüfe kurz vor dem Start Wetter und aktuelle Wegsperrungen.
Grundlage: offizielle Signalisationsnormen der Schweizer Wanderwege und die SAC-Wanderskala.